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Braunkohle-Nein e.V.

Aktuelles

2014

Vereinsausflug per Bus in die Lausitz am 18. Oktober 2014

 Liebe Braunkohle-Gegner,

 unsere geplante Fahrt in die Lausitz rückt näher. Daher nun nähere Informationen zum Ablauf.

 Wir fahren mit einem modernen Reisebus (vielleicht wichtig: mit Toilette). Der Bus ist bisher noch nicht ausgelastet. Vielleicht bekommen noch Mitglieder Lust mitzufahren, auch wenn Sie sich bisher nicht angemeldet haben. Unser interessantes Tourprogramm (siehe unten) mag den einen oder anderen doch noch zur Mitfahrt animieren. Wir würden uns freuen, wenn wir die Buskapazität auslasten würden. Auch Angehörige (Nichtmitglieder) sind willkommen. Sollten Sie sich noch spontan entscheiden, lassen Sie es mich umgehend wissen, da die exakte Teilnehmerzahl unbedingt möglichst bald bekannt sein muss.

 Abfahrt ist am Samstag, den 18. Oktober 2014 um 6.00 Uhr in Lübtheen von der Bushaltestelle am Kirchenplatz. Sollte noch ein Zusteigeplatz  beispielsweise in Wöbbelin an der Autobahnauffahrt gewünscht werden, bitte ich um Information.

Zwischen 22.00 und 23.00 Uhr werden wir wieder zurück sein.

Verpflegung für unterwegs kann jeder selbst mitbringen oder bei der Rast kaufen, für Mittag – auf eigene Kosten - ist gesorgt (siehe unten). Die Kosten für den Bus trägt der Verein.

 Herr Thomas Burchardt, einer der Aktivisten der Lausitzer Anti-Braunkohle-Front, der gerade eine deutsch-polnische Menschenkette organisierte (siehe www.klinger-runde.de), hat für uns ein interessantes Exkursionsprogramm zusammengestellt:

  
Kurze Tourbeschreibung...
1. 11:00 -11:30 Uhr Blick in den Tagebau bei Grießen...Bild
2. 12:00Uhr bis 13:00 Uhr Fahrt nach Atterwasch/Kerkwitz (Kirche, Gespräche mit Betroffenen)
3. 13:00 -14:30 Uhr Mittag auf dem Himbeerhof in Polen...mit Gaststätte....klick!!!
    Der Ort steht auf Braunkohle und soll auch einem Tagebau weichen...
    Die Inhaberin ist die Vorsitzende der polnischen BI gegen Tagebaue und könnte euch einiges berichten.
    Auf der Rücktour kurze Besichtigung des Schlosses in Pförten/Brody......klick
4. Ab 15:00 Uhr Horno...ein umgesiedeltes Dorf mit Besuchspunkt...klack!!!
5. Kultur im Branitzer Park bzw. Museum (bis 18:00 Uhr)...klick!!!

Änderungen vorbehalten!
Der Besuch in Polen kann dazu führen, dass der letzte Punkt eventuell entfällt.

Bei unserer Exkursion wollen wir viel Interessantes aufnehmen und Kontakte zu anderen Initiativen knüpfen.

 Ich denke, es wird eine sehr interessante Fahrt und freue mich darauf

 Helmut Eggers

 

 

2013

12. Quaster Tag am 3. August 2013

 Bei sommerlichen Temperaturen fanden sich immerhin 10 Teilnehmer, die per Fahrrad die 11 km lange Tour von Lübtheen über Probst Jesar nach Quast antraten.

Gedenkstein in Quast

Die Organisation des diesjährigen 12. Quaster Gedenktages lag erstmals allein in den Händen der Gemeinde Vielank, nachdem die Bundeswehr die militärische Nutzung des Truppenübungsplatzes bekanntlich vor kurzem endgültig aufgegeben hatte. Auch ohne Mithilfe der Bundeswehr gelang es dank der guten Organisation des 2. Bürgermeisters der Gemeinde Vielank, Heiko Bäuch, und der Mithilfe vieler Freiwilliger, z.B. der Ortsfeuerwehren, ein schönes Fest auf die Beine zu stellen. So konnte Frau Bürgermeisterin Christel Drewes viele Gäste begrüßen. Sogar der bisherige Kommandeur des Truppenübungsplatzes, Hauptmann Meissner, ließ es sich nicht nehmen, per Motorrad (und erstmals in Zivilkleidung) von Lüneburg anzureisen. Dagegen sagte Minister Till Backhaus seine Teilnahme an der Veranstaltung kurzfristig ab.

Unser Vereinsvorsitzender Helmut Eggers richtete ebenfalls an die Gäste einige Grußwort und mahnte zum Erhalt der einzigartigen Landschaft auf dem Truppenübungsplatz, auf dem seltene Vogelarten wie der Rauhfußkautz, der Ziegenmelker und der Brachpieper zu Hause seien und sich ein Wolfspaar angesiedelt hat. Er warb für eine Zuordnung des Truppenübungsplatzes zum Naturpark Mecklenburgisches Elbetal und wies auf den Pflegeaufwand hin, den insbesondere die große Freifläche benötigt.Das Land M-V plant, den Truppenübungsplatz ökologisch zu entwickeln, was wir als Verein Braunkohle-Nein e.V. befürworten..

Etwas Pech hatten wir zunächst mit unserem Info-Stand, der Quast erst nicht erreichte, nachdem sich Ekkehard Albrecht mit dem PKW im feinen Leussower Sand auf dem Truppenübungsplatz festfuhr und erst nach Stunden von der Alt Jabeler Feuerwehr befreit werden konnte. Vielen Dank an die Feuerwehr-Kameraden aus Alt Jabel für die schnelle Hilfe, es ist immer gut, die Feuerwehr in der Nähe zu haben.

Trotz des verspäteten Standaufbaus konnten immerhin fünf neue Mitglieder geworben und zudem viele nette Gespräche führt werden. Auf dem Rückweg machten wir wie fast jedes Mal Rast am Teehaus am Rand der "Schwarzen Berge", der größten Binnenwanderdüne in Deutschland, und hatten trotz noch nicht einsetzender Heideblüte eine wunderschöne Aussicht auf die noch unzerschnittene Natur.

 

Blick vom Teehaus auf die "Schwarzen Berge"


Schweriner Volkszeitung, Hagenow, vom 5. August 2013


Aufruf  des Vereins "Braunkohle-NEIN !" e.V. zum Besuch der Quaster Gedenkveranstaltung

 Nach dem Abzug der Bundeswehr vom Truppenübungsplatz Lübtheen  Ende Juni 2013 wird am Samstag, dem 3.August 2013 der mittlerweile zur Tradition gewordene  Quaster Gedenktag in der Regie der Gemeinde Vielank veranstaltet. Die jährliche Begegnung am Ort des einstigen Dorfes Quast besitzt in Bezug auf die Vergangenheit und auf die Gegenwart dieses Territoriums eine symbolhafte Bedeutung. Die Gefahr eines Braunkohletagebaus beginnend auf dem Territorium des bisherigen Truppenübungsplatzes ist noch lange nicht gebannt. Noch immer liegt die Klage der MIBRAG gegen das Land Mecklenburg-Vorpommern wegen der Versagung der weitergehenden Erkundung der Lagerstätte beim Verwaltungsgericht in Schwerin vor. Dementsprechend ist davon auszugehen, dass weiterhin ein Interesse seitens dieses Bergbauunternehmens besteht. Sollte es dazu kommen, sind noch viele andere Orte in der Region vom Auslöschen bedroht. Insofern hat der Quaster Tag gerade für den Verein „Braunkohle – NEIN!“ e.V. eine mahnende Bedeutung und wir sind der Aufforderung der Gemeinde Vielank zur Mitgestaltung dieses Tages gern nachgekommen.

Das Land Mecklenburg-Vorpommern, die Stadt Lübtheen, mehrere umgebende Gemeinden und der Verein „Braunkohle  – NEIN!“ wünschen sich, dass die einmalige Natur des bisherigen Truppenübungsplatzes in der Griesen Gegend zum Bestandteil des Biosphärenreservates Mecklenburgisches Elbetal wird. Die großen unzerschnittenen Waldflächen, insbesondere aber die bisher als Schießbahnen genutzten Binnendünen sind dafür bestens geeignet und besitzen eine überregionale Bedeutung aus der Sicht des Naturschutzes.

Lassen Sie sich von dieser schützenswerten Landschaft überzeugen und machen sich selbst ein Bild. Der Quaster Tag bietet dazu die Gelegenheit.

Der Verein “Braunkohle- NEIN!“ e.V. und die BUND-Ortsgruppe Lübtheen laden traditionsgemäß alle Interessierten zur geführten Fahrradtour nach Quast herzlich ein. Vom Lübtheener Thälmannplatz geht es am Samstag (3.8.2013) um 9.30 Uhr los. Selbstverständlich kann man auch individuell per Rad oder motorisiert auf den ausgeschilderten Zufahrtswegen hinfahren. Wie immer ist für das leibliche Wohl am Zielpunkt im ehemaligen Quast  gesorgt.

 Verein “ Braunkohle- NEIN !“ e.V.
  Csaba Mátraházi

 


 

Einsamer Wolf findet Partnerin - Lübtheen darf auf erstes Wolfsrudel in M-V hoffen

Seit 2006 wird die Lübtheener Heide von einen Wolfsrüden besiedelt. Nach jüngsten, vom Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz M-V bestätigten Berichten soll der Wolf nun eine Partnerin haben. Darauf lässt sich aus nebeneinander verlaufenden Wolfsfährten schließen, die Ende März in der Lübtheener Heide aufgefunden wurden. Nun bleibt abzuwarten, ob das Wolfspärchen Nachwuchs zeugt und ein Wolfsrudel gründet. Dies wird Sommer feststellbar sein. Wir drücken die Daumen !

Weitere Links zum Wolf:

Wölfe in Mecklenburg-Vorpommern (www.wolf-mv.de)

► Umweltinformationssystem Mecklenburg-Vorpommern

NABU M-V

BUND (Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland)

 

Wolfsrüde in Lübtheener Heide fand Gefährtin: Prävention statt Panik

Nr. 107/2013 - 16.04.2013 - LU - Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz

Der seit 2006 nachweislich in der Lübtheener Heide lebende Wolfsrüde hat offenbar eine Gefährtin gefunden. Seit Ende März wurden mehrfach die Fährten zweier gemeinsam laufender Tiere festgestellt. Ob es nun bald das erste Wolfsrudel in Mecklenburg-Vorpommern gibt, ist frühestens im Sommer feststellbar.

"Die Schaf- und Ziegenhalter in der Region sollten die Meldung zum Anlass nehmen, ihre Vorkehrungen zum Herdenschutz zu überprüfen", betont Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus. "Gerade das Beispiel des Lübtheener Wolfes zeigt, dass sich Prävention lohnt", erläutert er. "Nachdem es 2007 und 2008 mehrere Übergriffe des Wolfes auf unzureichend geschützte Schafherden gab, arbeiten die damals betroffenen Schäfer inzwischen sehr vorbildlich mit rundum geschlossenen Elektrozäunen und Herdenschutzhunden. Seither sucht sich der Wolf seine Beute wieder ausschließlich unter Wildtieren."

Der Minister weist darauf hin, dass notwendige Verbesserungen auch über eine neue Förderrichtlinie Wolf finanzierbar sind, die seit Anfang April dieses Jahres in Kraft ist.

Informationen zu dieser Förderrichtlinie und zum Wolf in Mecklenburg-Vorpommern finden sich unter www.wolf-mv.de oder auf der Internetseite des LUNG unter Artenschutz/ Wolf.

Seit 2010 führt das Land Mecklenburg-Vorpommern ein koordiniertes Wolfsmonitoring durch. In der Lübtheener Heide arbeiten hier Mitarbeiter des Bundesforstbetriebs Trave der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) gemeinsam mit dem vom Land beauftragten Wolfsexperten Dr. NormanStier und weiteren ehrenamtlichen Wolfsbetreuern zusammen.

 


 

März 2013

Mitgliederversammlung 2013 -
"Der Verein “Braunkohle – NEIN !“ kämpft weiter"

Bei der Jahresmitgliederversammlung des Vereins “Braunkohle  - NEIN ! “ e.V. gab der alte und wieder gewählte Vereinsvorsitzende Helmut Eggers einen Überblick über die Aktivitäten des Vereins im vergangenen Jahr. Zu den wichtigsten Tätigkeiten gehörten die Informationsstände bei öffentlichen Veranstaltungen, das Verteilen mehrerer tausend eindrucksvoller Handzettel an die Haushalte in der Griesen Gegend sowie die Übergabe eines Memorandums an den Landrat Rolf Christiansen und an den Ministerpräsidenten Erwin Sellering. In diesem Schreiben wird die Rückübertragung des Truppenübungsplatzes vom Bund zum Land mit Eingliederung in das Biosphärenreservat mit allem Nachdruck gefordert.

Mit dem endgültigen Abzug der Bundeswehr Ende 2013 besteht die begründete Gefahr, dass die Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft mbH (MIBRAG), die gegen das Land immer noch Klage führt, ihre Tagebaupläne erneut und verstärkt aufgreift, zumal in den Energiewendeplänen der Bundesregierung die Braunkohle bedauerlicherweise eine hohe Wertigkeit bekommen hat.

Die Filmvorführung „Wer anderen eine Grube gräbt“ führte am Schicksal der sächsischen Gemeinde Heuersdorf den Anwesenden vor Augen, was für verheerende Konsequenzen der Tagebau für Mensch und Natur mit sich bringt.

In der Diskussion  zu Vorhaben im Jahre 2013 kam zum Ausdruck, dass der Verein wiederholt mit Info-Ständen bei Großveranstaltungen wie bei der Messe der Griesen Gegend in Lübtheen am 1. Mai, bei den Hengstparaden in Redefin oder bei der 650 - Jahr-Feier der Stadt Lübtheen präsent sein muss.

Trotz der erfreulichen Steigerung der Vereinsmitgliederzahl ist es unbedingt erforderlich, noch viel mehr Einwohner der Griesen Gegend zum Widerstand gegen die Abbaupläne zu mobilisieren  und sie als Mitglied für den Verein zu gewinnen. Im Weiteren ist es von großer Bedeutung, gerade die heranwachsende Generation in den Schulen durch Filmvorführungen, Gespräche und eventuell mit einer Reise in ein Tagebaugebiet für den aktiven Widerstand  gegen die Zerstörung ihrer Heimat zu sensibilisieren.

Braunkohle- NEIN ! e.V.
Csaba Mátraházi


2012

 

16. November 2012

Das nächste MIBRAG-Opfer: Pödelwitz

                           Hierzu ein (höchst MIBRAG-freundlicher) Zeitungsartikel der LVZ-Online (Andreas Debski)  vom 16. November 2012

Tinte unterm Pödelwitz-Vertrag

Groitzsch. Strahlende Gesichter im Kulturhaus Großstolpen: Die umzugswilligen Pödelwitzer sind am Ziel. Mit einem Festakt, zu dem reichlich Polit- und Wirtschaftsprominenz gekommen war, wurde Freitag Nachmittag der Umsiedlungsvertrag für den Groitzscher Ortsteil unterschrieben. Diejenigen, die im Dorf bleiben wollen, kamen nicht zu der Veranstaltung.
Beifall brandet auf, als Joachim Geisler, Chef der Mitteldeutschen Braunkohlengesellschaft (Mibrag), den Füller zückt – und damit im voll besetzten Saal des Kulturhauses das Ende von Pödelwitz besiegelt. „Der Vertrag ist für beide Seiten ein Kompromiss. Wir haben es uns nicht leicht gemacht, und uns wurde es auch nicht leicht gemacht", gibt der Vorsitzende der Geschäftsführung zumindest einen kleinen Einblick in das, was in den vergangenen drei Jahren hinter verschlossenen Türen passierte. „Wir werden ohne Wenn und Aber diese Verträge erfüllen, das sind wir den Bürgern von Pödelwitz schuldig." Mit der Unterzeichnung des sogenannten Pödelwitz-Vertrages sowie des Nachbarschaftsvertrages mit der Stadt Groitzsch kann nun ein neues Kapitel im Leipziger Südraum beginnen. „Wir gehen jetzt gemeinsam daran, für die Pödelwitzer annehmbare Lösungen für ihren Umzug zu finden", blickt Maik Kunze (CDU), der Bürgermeister von Groitzsch, nach vorn. Der Nachbarschaftsvertrag enthält unter anderem Klauseln, die mögliche Tagebau-Belastungen für umliegende Orte, beispielsweise Großstolpen, reduzieren sollen: Lärm- und Staubschutz, Anpflanzungen. Nach Auskunft von Mibrag-Chef Geisler könnten die ersten Umzugswilligen sofort die dafür notwendigen Vereinbarungen mit seinem Unternehmen treffen: „Der Umzug kann beginnen." Schon im nächsten Jahr könnten dann die Möbelwagen durch Pödelwitz rollen – das betrifft diejenigen, die sich bereits ein neues Haus in der Region ausgesucht haben. Zudem bereitet die Stadt Groitzsch gerade das Wohngebiet Am Schiefen Weg vor, wo acht bis zehn Grundstücke entstehen werden. Dort könnte eine Gruppe aus Pödelwitz, ähnlich wie damals viele Familien aus Heuersdorf, gemeinsam bauen und wohnen. Ob sich dadurch auch die Bleiber – jene Familien, die ihren Heimatort nicht freiwillig verlassen wollen – zum Umdenken bewegen lassen, ist allerdings fraglich. Momentan lassen sich diese Pödelwitzer durch einen Rechtsbeistand beraten. Eine Klage á la Heuersdorf könnte also möglich sein. Mibrag-Chef Geisler hofft auf ein Einlenken und zeigt sich gesprächsbereit: „Unser Angebot steht. Wir können vernünftige Regelungen für jeden finden." Doch den bleibewilligen Pödelwitzern geht es nicht vordergründig um Entschädigungen: „Das ist Heimat, die man nicht so einfach für ein paar Euro verkauft", sagt Thilo Kraneis, der sich weiterhin den Verhandlungen widersetzen will. Wohin dieser Weg führen könnte, hat das Beispiel Heuersdorf gezeigt.

dazu auch die Leipziger Internet-Zeitung vom 07.05.2012

 


 

10. November 2012

Erneuter Eigentümerwechsel bei der MIBRAG mbH

                           Nahezu unbemerkt von der hiesigen Öffentlichkeit hat bei der MIBRAG mbH im Jahr 2011 ein erneuter Wechsel der Anteilseigner stattgefunden. Nachdem erst im Februar 2009 die Gesellschaftsanteile der ► MIBRAG mbH von den US-amerikanischen Konzernen URS Corporation und NRG Energy Inc. an ein osteuropäisches Konsortium, bestehend aus Severočeské doly a.s Chomutov, dem Braunkohleunternehmen des tschechischen halbstaatlichen Energiekonzerns ČEZ auf der einen Seite, und der slowakischen Private-Equity-Gesellschaft J&T Finance Group, verkauft wurde, wurden die Gesellschaftsanteile Mitte 2011  an die tschechisch-slowakische Energieholding EPH verkauft.

                           Die EP Energy, a.s. (EP Energy ist ein Tochterunternehmen der EPH – Energetický a průmyslový holding, a.s.) ist nun alleiniger Gesellschafter der Mitteldeutschen Braunkohlengesellschaft mbH (MIBRAG).  Die tschechische Holding ist ein strategischer Investor im Energiesektor, wichtigster Wärmelieferant in der Tschechischen Republik sowie der zweitgrößte Energieerzeuger des Landes.

                           Hierzu ein Zeitungsartikel der Sächsischen Zeitung vom 30. Juli 2011:

Tschechischer Konzern CEZ verkauft Mibrag

Der Staatskonzern macht seine Ankündigung wahr: Die ostdeutsche Kohlefirma kommt in private Hände. Für die Beschäftigten soll sich dabei nichts ändern.

Prag/Zeitz. Der tschechische Stromkonzern CEZ verkauft seine Anteile an der Mitteldeutschen Braunkohlegesellschaft GmbH (Mibrag) mit Sitz in Zeitz in Sachsen-Anhalt. Zur Mibrag mit rund 2000 Beschäftigten gehören drei Kraftwerke und zwei Tagebaue, darunter einer in Westsachsen.

Der Verkauf hat nach Angaben des Mibrag-Chefs Joachim Geisler keine Folgen für die Beschäftigten. Geisler sagte am Freitag: „Wir werden unser operatives Geschäft und unsere Strategie so wie geplant weiterfahren.“ Es handele sich bei dem Verkauf um einen Wechsel in der Gesellschafterstruktur. Die Gespräche seien schon länger bekannt gewesen. Die Mibrag beschäftige im Konzern rund 2500 Menschen.

Plan für neues Kraftwerk bleibt

Der CEZ-Konzern gehört mehrheitlich der tschechischen Treuhand. Das Unternehmen hat am Donnerstag Abend vorherige Erwartungen bestätigt, dass es seinen etwa 50-prozentigen Anteil an der Mibrag verkaufen wird. Käufer ist der bisherige Miteigentümer EPH.

EPH-Sprecher Martin Manak bestätigte, dass ein Absichtsvertrag geschlossen worden sei. Der Abschluss der Transaktion stehe aber noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung verschiedener Aufsichtsbehörden, hieß es. Beide Seiten gaben zunächst keine finanziellen Details bekannt.

Die EPH als tschechisch-slowakische Energie- und Industrie-Holding würde damit praktisch zum alleinigen Eigentümer des Braunkohle-Förderers Mibrag. Die EPH wiederum hat vor allem zwei Besitzer: Der Finanzinvestor J&T Group ist zu 40 Prozent beteiligt. Weitere 40Prozent besitzt die PPF-Gruppe, die fast vollständig dem tschechischen Multimilliardär Petr Kellner gehört. Geisler sagte, auch bei einem Wechsel in der Gesellschafterstruktur halte die Mibrag an dem Vorhaben fest, ein neues Kohlekraftwerk in Profen in Sachsen-Anhalt für rund 1,3 Milliarden Euro zu errichten. (dpa/SZ)

 

Zum Verkauf eine weiter Artikel des Forums "Kohle-Protest" der Klimaallianz Deutschland

 

 


7. November 2012

Memorandum zur Nachnutzung des Truppenübungsplatzen Lübtheen an Ministerpräsident Sellering überreicht

                           Am 7. November 2012 wurde ein Memorandum an den Ministerpräsidenten Erwin Sellering (SPD) übergeben, das auf Initiative des Forstamtsleiters Reginald Rink vom Forstamt Conow und unter Mitwirkung unseres Vereins erstellt wurde und das von den Bürgermeistern der Stadt Lübtheen, der Gemeinden Vielank, Leussow, Alt Krenzlin, und Belsch sowie von unserem Verein unterzeichnet wurde.

Ministerpräsident Sellering  äußerte bei der Entgegennahme des Memorandums, dass die Landesregierung das gleiche Ziel wie die Unterzeichner verfolge, nämlich die Überführung der Flächen des Truppenübungsplatzes in Landeseigentum, und dann die vornehmliche Entwicklung in Richtung Naturschutz (Einbeziehung in das Biosphärenreservat). Für einzelne Bereiche gebe es jedoch auch andere Entwicklungsmöglichkeiten.

Memorandum

Die Landtagsfraktionen von SPD und CDU haben hierzu bereits im Oktober unter der Landtags-Drucksache 6/1216 einen entsprechenden Antrag in den Landtag eingebracht, der in der 29. Sitzung des Landtages M-V am 25.10.2012 zu TOP 23 einstimmig angenommen wurde.

► Antrag, Drs. 6/1216

Einzelheiten der Landtagssitzung vom 25.10.2012 zu diesem Antrag können im nachstehenden Protokollauszug nachgelesen werden.

► Protokollauszug vom 25.10.2012, Drs. 6/1216


Hierzu auch ein Artikel aus der Schweriner Volkszeitung vom 26. Oktober 2012:

Wie geht es weiter mit dem Übungsplatz?

Forst, Jagd, Energiegewinnung - Land erwägt naturverträgliche Nutzungen für Lübtheen

Lübtheen

Umweltminister Till Backhaus (SPD) hält naturverträgliche Nutzungen des Truppenübungsplatzes Lübtheen im Landkreis Ludwigslust-Parchim nach dessen Schließung 2014 nicht für ausgeschlossen. Dazu gehörten Forst, Jagd, Naturerleben, Vermarktungs- und Erzeugernetzwerke ökologischer Produkte ebenso wie naturverträgliche Energiegewinnung. In einer Pressemitteilung versicherte Backhaus gestern, dass aber auf großen Flächenanteilen des Truppenübungsplatzes zweifelsfrei weiterhin Naturschutzziele Vorrang haben werden.

Mit der Schließung des Lübtheener Truppenübungsplatzes Ende 2013 gehen 60 Arbeitsplätze in der Standortverwaltung verloren, etwa 20 ortsansässige Mitarbeiter der Bundesforst stehen vor ungewisser Zukunft und auch ortsansässige Dienstleister, wie Bäcker, Elektriker oder Spediteure seien mittelbar betroffen, heißt es im Landwirtschaftsministerium. „Mit dieser Sorge dürfen wir die Menschen in dieser strukturschwachen Region der Griesen Gegend nicht allein lassen“, betonte Backhaus gestern vor dem Schweriner Landtag. SPD und CDU wollen einen Ausverkauf der Bundesfläche nach dem Ende der militärischen Nutzung verhindern und fordern – gemeinsam mit den betroffenen Gemeinden – eine Übertragung der Flächen an das Land, das den Standort einer zukunftsfähigen zivilen Nutzung zuführen und damit die Zukunft einer ganzen Region sichern will.

Der Truppenübungsplatz zähle mit seinen 6000 Hektar zu den herausragenden Naturräumen des Landes, so Backhaus. Maßgeblich für seinen hohen Naturschutzwert seien die großflächigen offenen Lebensräume und die sehr alten Kiefernbestände. Heide- und Trockenrasenflächen gelten als seltene Lebensraumtypen und unterliegen einem strengen Erhaltungsschutz. Als FFH-Gebiet Lübtheener Heide und Trebser Moor sind sie Bestandteil des europäischen Schutzgebietssystems Natura 2000. Zusätzlich sei fast die gesamte Fläche des Übungsplatzes als Vogelschutzgebiet gemeldet. Angesichts der auslaufenden militärischen Nutzung sehe Backhaus jetzt große Chancen, auch diese Flächen unter die Zielsetzung des Unesco-Programms zu bringen.

 

 

Pressemeldung Nr. 215/2012 - 25.10.2012 - LU - Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz

MV will Truppenübungsplatz Lübtheen ökologisch entwickeln

Nr. 215/2012 - 25.10.2012 - LU - Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz

Der "Truppenübungsplatz Lübtheen" wird ab 2014 nicht mehr militärisch genutzt. Mit seiner Schließung gehen 60 Arbeitsplätze in der Standortverwaltung verloren; rund 20 ortsansässige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bundesforst stehen vor einer ungewissen Zukunft. Mittelbar betroffen sind viele Dienstleister rund um den Truppenübungsplatz – ob Bäcker, Elektriker oder Spediteur.

"Mit dieser Sorge dürfen wir die Menschen in dieser strukturschwachen Region der Griesen Gegend zwischen Ludwigslust und Lübtheen nicht allein lassen", betonte Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus am Donnerstag vor dem Schweriner Landtag. SPD und CDU wollen einen Ausverkauf der Bundesfläche nach dem Ende der militärischen Nutzung verhindern und fordern – gemeinsam mit den betroffenen Gemeinden – eine Übertragung der Flächen an das Land, das den Standort einer zukunftsfähigen zivilen Nutzung zuführen und damit die Zukunft einer ganzen Region sichern will.

"Der Truppenübungsplatz Lübtheen mit seinen ca. 6.000 Hektar zählt zu den herausragenden Naturräumen des Landes. Maßgeblich für seinen hohen Naturschutzwert sind die großflächigen offenen Lebensräume und die lockeren, zum Teil sehr alten Kiefernbestände. Hier befindet sich außerdem die größte aktive Binnendüne Deutschlands. Die Heide- und Trockenrasenflächen gelten als seltene Lebensraumtypen nach FFH-Richtlinie und unterliegen einem strengen Erhaltungsschutz. Als FFH-Gebiet "Lübtheener Heide und Trebser Moor" mit einer Gesamtgröße von 1.400 Hektar sind sie Bestandteil des europäischen Schutzgebietssystems "Natura 2000". Zusätzlich ist fast die gesamte Fläche des Truppenübungsplatzes als Vogelschutzgebiet "Lübtheener Heide" gemeldet. Vogelarten wie der Rauhfußkautz, der Ziegenmelker oder der Brachpiper finden hier noch den notwendigen Lebensraum.

Der Truppenübungsplatz grenzt unmittelbar an die mecklenburgische Elbtal-Landschaft zwischen Boizenburg und Dömitz. Diese ist seit 1997 Teil des länderübergreifenden UNESCO-Biosphärenreservates "Flusslandschaft Elbe". "Angesichts der auslaufenden militärischen Nutzung des Truppenübungsplatzes, die bisher seiner Einbeziehung in das Biosphärenreservat entgegenstand, sehe ich nunmehr große Chancen, auch diese Flächen unter die Zielsetzung des UNESCO-Programms zu bringen", betonte der Umweltminister und versicherte: " Auch wenn zweifelsfrei auf großen Flächenanteilen des Truppenübungsplatzes weiterhin Naturschutzziele Vorrang haben werden, so sind dennoch naturverträgliche Nutzungen durchaus nicht ausgeschlossen." Dazu gehörten Forst, Jagd, Naturerleben, Vermarktungs- und Erzeugernetzwerke ökologischer Produkte ebenso wie naturverträgliche Energiegewinnung.

 

 


28. Juli 2012

11. Quaster Tag auf Truppenübungsplatz Lübtheen

                           Am Samstag, den 28. Juli 2012 veranstaltete die Bundeswehr zusammen mit der Gemeinde Vielank den 11. Quaster Tag. Damit soll an die zwangsweise Entsiedelung des Ortes Quast, gelegen in der Leussower Heide, zugunsten der militärischen Nutzung durch die NVA im Jahre 1961 gedacht werden.

                           Wie auch schon in den Vorjahren haben der Verein Braunkohle-Nein e.V. und die BUND-Ortsgruppe Lübtheen eine Fahrradtour von Lübtheen nach Quast veranstaltet und uns bei idealem Radtourwetter weder von der  schwachen Beteiligung der Vereinsmitglieder noch von dem Eichenprozessionsspinner abhalten lassen. Bei mehreren Zwischenhalten wies Vereinsvorsitzender Helmut Eggers auf die besondere Bedeutung des Truppenübungsplatzes als Vogelschutzgebiet (SPA 51 "Lübtheener Heide") und FFH-Gebiet hin. So bildet das Gelände einen einzigartigen Lebens- und Brutraum für zahlreiche bedrohte und geschützte Vogelarten wie Brachpieper, Heidelerche, Rotmilan, Raufußkauz und Ziegenmelker. Anschließend wurde über Möglichkeiten einer Nachnutzung des Truppenübungsplatzes nach Abzug der Bundeswehr diskutiert.

                           In Quast angekommen wurden wir vom Standortkommandeur Hauptmann Meißner, und der Bürgermeisterin der Gemeinde Vielank, Christel Drewes begrüßt. Nach einer Stärkung (Erbensuppe mit Bockwurst + Bier) haben wir im Rahmen des Festes mit einem Informationsstand unseres Vereins auf die Gefahren eines drohenden Braunkohletagebaus aufmerksam gemacht und konnten erfreulicherweise auch neue Vereinsmitglieder werben.

                           In seiner offiziellen Begrüßungsrede vor den ca. 150 Gästen teilte Hauptmann Meißner mit, dass die militärische Nutzung des Truppenübungsplatzes Ende 2013 endet, und die weiteren Dienststellen (Standortverwaltung, Standortfeuerwehr) voraussichtlich bis Ende 2014 abgezogen werden. Daraus ergäben sich Probleme für die Sicherheit des Platzes (Munitionsreste, Brandschutz), die zu klären seien. Die Nachnutzung sei noch nicht geklärt und liege in den Händen der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA). Unabhängig davon sei dies jedoch wohl der letzte von der Bundeswehr ausgerichtete "Quaster Tag". Hauptmann Meißner wünschte allen Anwohnern für die Zukunft alles Gute und verband die Wünsche mit der Hoffnung, das ein Braunkohleabbau verhindert werden könne. 

                           Frau Drewes als Bürgermeisterin der Gemeinde Vielank begrüßte die anwesenden Quaster Bürgerinnen und Bürger und gab in ihrer anschließenden Rede einen kurzen geschichtlichen Abriss über das Dorf Quast. Abschließend versprach sie, die Tradition des Quaster Tages durch die Gemeinde Vielank auch in Zukunft fortführen zu wollen. 

 

 


Juni 2012

Bundeswehr gibt Truppenübungsplatz Lübtheen auf - Diskussionen über Nachnutzungskonzept

                           Der Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière hat am 12. Juni 2012 angekündigt, im Zuge der Strukturreform der Bundeswehr die Nutzung des Truppenübungsplatzes Lübtheen zum Ende des Jahres 2013 aufzugeben und den Standort zum Ende des Jahres 2014 zu schließen.

Damit findet die 72jährige militärische Nutzung des ca. 8 x 8,5 km großen Geländes ihr Ende. Im Jahre 1936 wurde die militärische Nutzung durch den Bau einer Übungsschießbahn, die das Marinearsenal Jessenitz errichten ließ, begonnen. Nach dem Kriegsende Anfang Mai 1945 war das Kapitel Munitionsfabrik und Schießplatz beendet, bis im Zuge der Gründung der DDR die Nationale Volksarmee den Platz in der Griesen Gegend nutzte. Seit der Wiedervereinigung nutzte die Bundeswehr als Hausherr den Truppenübungsplatz.

Es stellt sich die Frage der Nachnutzung des Geländes. Da der Truppenübungsplatz Bundeseigentum ist, liegt die Planungshoheit derzeit bei der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA).

Unter dem Truppenübungsplatz befinden sich bekanntlich sehr große Vorkommen Diatomeenkohle. Durch den geplanten Atomausstieg nach der Nuklearkatastrophe im japanischen Fukushima im März 2011 gibt es Stimmen, die als "Brückentechnologie" der Energiewende eine stärkere Konzentration auf heimische Energieträger wie die Braunkohle fordern. Deshalb sieht der Verein Braunkohle-Nein e.V. der geplanten Nachnutzung des Truppenübungsplatzes mit Interesse und einiger Besorgnis entgegen. Es muss unter allen Umständen verhindert werden, dass das Gelände des Truppenübungsplatzes in Zukunft für einen Braunkohletagebau genutzt wird.

Auch ein Vorschlag der Landtagsfraktion Bündnis90/Die Grünen vom 27. Oktober 2011 ("Energieexperte" Johann-Georg Jaeger), auf dem Truppenübungsplatz einen Windpark zu errichten, dürfte unüberlegt und vorschnell gewesen sein. Ein solcher Voschlag dürfte bereits daran scheitern, dass das Truppenübungsplatzgelände zum großen Teil als Vogelschutzgebiet (SPA 51 - "Lübtheener Heide") und FFH-Gebiet "Lübtheener Heide und Trebser Moor" (DE 2733-301) ausgewiesen ist, und ein Windpark dort zu unüberwindbaren Nutzungskonflikten führen würde.

Positiv sehen wir Überlegungen entgegen, den Truppenübungsplatz in Landeseigentum zu überführen und es dem Biosphärenreservat „Flusslandschaft Elbe“ zuzuordnen. Soweit Minister Backhaus darüber hinaus eine (zumindest teilweise) energetische Nutzung des Geländes befürwortet, ist dies zu diskutieren. Leider war Minister Backhaus bisher nicht bereit, die dafür wohl schon in der Entwicklung stehenden Planungskonzepte für eine energetische Nutzung des Truppenübungsplatzes offenzulegen und so einer breiten Diskussion zugänglich zu machen.

Zur Nachnutzung des Truppenübungsplatzes hat (leider ohne unsere Beteiligung) am 5. Juli 2012 in Lübtheen eine Konferenz stattgefunden, über die die Schweriner Volkszeitung in ihrer Regionalausgabe des Hagenower Kreisblattes vom 6. Juli 2012 wie folgt berichtete:

Land will Truppenübungsplatz schnell, komplett und zum Nulltarif haben
Gestern: Erste Konferenz zur Zukunft des Platzes / Bundesverteidigungsminister schickt seinen Staatssekretär / Tag der Absichtserklärungen
Lübtheen

Lübtheener Konferenz: Christian Schmidt (li.) als Parlamentarischer Staatssekretär des Bundesverteidigungsministerium hatte eingeladen. Neben ihm Umweltminister Till Backhaus, einer seiner Mitarbeiter, CDU-Bundestagsabgeordneter Dietrich Monstadt und Lübtheens Bürgermeisterin Ute Lindenau.

Foto: Mayk Pohle (SVZ)

Was wird aus der 8 mal 8,5 Kilometer langen Fläche, wenn die Bundeswehr abzogen ist? Diese Frage wurde auf einer hochkarätig besetzten Konferenz zum ersten Mal halböffentlich besprochen: Ergebnis: Till Backhaus verkündete in Absprache mit dem Ministerpräsidenten und der Finanzministerin den klaren Willen des Landes nach einer kompletten Übernahme der gut 6000 Hektar und das möglichst zum Nulltarif. Zweite Erkenntnis: Ein beträchtlicher Teil der Flächen soll als Kernzone des künftigen Biosphärenreservates „Flusslandschaft Elbe“ herhalten. Nach vorläufigen Untersuchungen sind wohl gut 800 Hektar dafür geeignet. Dritte Schlussfolgerung: Ein weiterer Teil könnte energetisch genutzt werden, ausdrücklich war von Solaranlagen oder etwas nebulöser von Windanlagen die Rede. Nicht nur Backhaus schloss gestern eventuelle Gedanken für einen Braunkohleabbau kategorisch aus und verwies auf den einstimmigen Beschluss des Landtages in dieser Frage.

Viertens: Es gibt jeder Menge ungeklärter Probleme. Das betrifft vor allem den Brandschutz. Mit dem Abzug der Bundeswehr am 31. Dezember 2013 wird auch die derzeitige Berufsfeuerwehr nicht mehr da sein. Die umliegenden Gemeinden können diese Lücke bisher nicht einmal im Ansatz füllen. Dazu kommen wohl erhebliche Munitionsbelastungen, die zu einem Großteil noch aus Zeiten der Wehrmacht oder der Nationalen Volksarmee stammen. Die NVA hat ja Lübtheen jahrzehntelang als Artillerieschießplatz genutzt.

Und nicht zuletzt gibt es Angst vor möglichen Folgekosten, die die ganze Region überfordern könnten.

Erzählt und diskutiert wurde das alles vor einer Gruppe, die in dieser Zusammensetzung wohl noch nie getagt hatte. Mit Christian Schmidt hatte der Bundesverteidigungsminister seinen Parlamentarischen Staatssekretär geschickt. Diesen Termin hatte maßgeblich der Bundestagsabgeordnete Dietrich Monstadt über die CDU-Schiene eingefädelt. Mit am Tisch saß auch Karin Strenz, die auch als Mitglied im Verteidigungsausschuss sitzt. Die SPD hatte den zuständigen Minister Backhaus dabei und natürlich wäre eine Beratung über den Platz ohne die Bürgermeisterin Ute Lindenau undenkbar. Dazu kamen die Bürgermeister von Belsch, Leussow, Alt Krenzlin, vom Amt Dömitz-Malliß, die Bundesforst war dabei und natürlich auch Vertreter des Bundesministerium des Inneren, das nach dem Abzug der Armee zunächst die Regie führen wird.

Der hohe Gast aus Berlin bedankte sich bei allen für die gute Zusammenarbeit mit der Bundeswehr in all den Jahren und versprach ein Höchstmaß an Flexibilität und Entgegenkommen seines Hauses bei der Umwidmung des Platzes. Auch bei frühzeitiger ziviler Nutzung, z. B. in Randlagen, sei man sehr gesprächsbereit. Bürgermeisterin Lindenau verwies dennoch darauf, dass der Abzug der Bundeswehr mit immerhin 60 Dienstposten ein harter Schlag für die Region sei. „Dass Hagenow seinen Standort behält, tröstet uns in diesem Zusammenhang nicht besonders.“ Aus ihren Äußerungen, aber auch aus den Andeutungen von Backhaus wurde gestern deutlich, dass man intern in Sachen Konzepte für das riesige, aber auch wunderschöne Gebiet schon viel weiter ist, es aber aus taktischen Gründen nicht sagen will.
mayk

 


Mai 2012

Kennen Sie Kieritzsch?

Ich habe bisher diesen Ortsnamen noch nie gehört, sicherlich Sie auch noch nicht. Beim Lesen einer einschlägigen Meldung  im Internet ist mir der Ort Kieritzsch deutlich näher gerückt .Dem kleinen verträumten  Dorf mit seinen 300 Einwohnern mit einer ausgeprägten Liebe zur Heimat südlich von Leipzig  droht Gefahr.

Die Mitteldeutsche Braunkohle mbH (MIBRAG mbH) plant nämlich, in dieser Gegend den Braunkohletagebau  um 220 Hektar zu erweitern. Und das wird auch  Kieritzsch indirekt als“ Tagebauinsel“ oder sogar direkt als Abbaugebiet treffen, obwohl der Erhalt des Ortes bereits vor 20 Jahren zugesichert wurde. In die Abbaupläne wurden die Einwohner erst nachträglich „eingeweiht“. Zwar geht es erstmal bei der MIBRAG um die vorsorgliche Sicherung der Rechte  am Braunkohlevorkommen, aber die Abbaugrenzen  sind hierbei noch nicht abgesteckt. Im Juni 2010 fiel bei einem  Bürgergespräch noch kein Wort über eine in kurzer Zeit danach beantragte Abbaufeldererweiterung. Die Einwohner sind aufgebracht und gründeten ein Bürgerforum gegen die Tagebauerweiterung. Sie sind der Meinung, dass hier ein neues Kapitel zur Vertreibung der Menschen durch den Tagebau aufgeschlagen worden ist, was unbedingt verhindert werden muss. Sie kennen das Schicksal des unweit von ihnen abgetragenen Dorfes Heuersdorf. Die MIBRAG  versucht die protestierenden  Einwohner damit zu beruhigen, dass mit dem Abbau erst in 10-15 Jahren begonnen wird.

Man erkennt beim Schicksal von Kieritzsch handfeste Parallelen zu den Abbauplänen in der Griesen Gegend. Die Einwohner im Territorium um den (ehemaligen) Truppenübungsplatz Lübtheen müssen erkennen, dass die Gefahr  eines Braunkohletagebaus noch lange nicht gebannt ist, und diese nur durch den aktiven Widerstand  aller Betroffenen verhindert werden kann.

Übrigens wird in Redefin vehement gegen die Windräder, die eine wichtige Quelle der erneuerbaren Energie  sind, gekämpft. Man müsste aber auch dort begreifen, dass der Braunkohleabbau ebenso für Redefin eine ganz andere Gefahrendimension bedeutet als die geplanten Windräder, nämlich die Vernichtung der Natur und der Heimat. Deswegen sollten sich die Redefiner den Tagebauplänen  widersetzen.

 Csaba Matrahazi


 

23.02.2012            (ordentliche) Mitgliederversammlung 2012; anschließend Vortrag „Energiepflanzenanbau – Auswirkungen auf die Artenvielfalt“; Referentin: Biologin Dr. Krista Dziewiaty

 


 

2011


28.02.2011           (ordentliche) Mitgliederversammlung 2011: Die mit etwa 30 Vereinsmitgliedern recht gut besuchte Mitgliederversammlung 2011 des Vereins Braunkohle-Nein e.V. im Wintergarten des Vielanker Brauhauses hat einen neuen Vorstand gewählt.

Als 1. Vorsitzender wurde der bisherige Vorsitzende Helmut Eggers (Lübtheen) mit überwältigender Mehrheit wiedergewählt. Zum 2. Vorsitzenden wurde Wilfried Tappert (Redefin) gewählt, Kassiererin wurde Gabriele Albrecht (Lübtheen). Als Beisitzer fungieren im erweiterten Vorstand Stephan Schult und Hans Jalass. Als Kassenprüfer wurden Karl-Heinz Woelk (Loosen) und Csaba Matrahazi (Lübtheen) gewählt.

Im Anschluss an die Mitgliederversammlung hielt Helmut Eggers, der auch Storchenbeauftragten in M-V ist, einen interessanten Bildervortrag zum Thema "Schwarze Aussichten für den weißen Storch ?", und zeigte dabei Storchenbilder aus Mecklenburg und von seinem letzten Israelbesuch.


12.02.2011           ► Anti-Atom-Demo in Greifswald am 12. Februar 2011, Marktplatz, 14.00 Uhr

16./17.02.2011      CASTOR-Transporte nach Lubmin: der nächste Atommüll kommt aus der inzwischen stillgelegten Wiederaufbereitungsanlage Karlsruhe (WAK) - vermutlich am 16./17. Februar 2011 - ins Zwischenlager Nord (ZLN) der Energiewerke Nord GmbH (EWN) im Ostseebad Lubmin.

Und der übernächste CASTOR-Transport ins Lubminer ZLN  steht für dieses Jahr auch bereits in der Planung:

die EWN hat über das Bundesforschungsministerium einen Antrag auf eine unbefristete (!!!) Einlagerung des verstrahlten Reaktorbehälters des ehemaligen Atomfrachters "Otto Hahn" gestellt, der derzeit noch in Geesthacht im dortigen GKSS-Forschungszentrum gelagert wird (Quelle: SVZ vom 26.01.2011, S. 1, 6). So wird mit dem bundesweiten Atommüll-Tourismus auch noch kräftig (Steuer-) Geld verdient.

 

Zwischenlager Lubmin-niXda und
weitere Infos zum Zwischenlager Lubmin
: BUND M-V


  29.01.2011          
 


"Fackeln für die Elbe" - Treffpunkt: Parkplatz Dömitzer Brücke,
 Samstag, 29.11.2011, 17.00 Uhr  

Ankündigung der BUND-Ortsgruppe Lübtheen
Pressemitteilung der BUND-Ortsgruppe Lübtheen
www.elbeinsel.de